Im Grunde ist die Reblaus an allem Schuld. Das schädliche Insekt wurde aus
Amerika eingeschleppt und begann 1865 in Frankreich sein Zerstörungswerk: die
Wurzeln der Rebstöcke anstechen, damit sie anschwellen und faulen.
Hunderttausende Hektar Weinberge wurden vernichtet. Das Übel breitete sich auch
in den Nachbarländern aus und ging wirklich an die Existenz der Winzerschaft.
Zur Abwehr der Reblaus pfropfte man die Edelreiser europäischer Reben auf
reblausresistente Wurzelstangen aus Amerika.
Die Pfalz hatte über viele
Jahrzehnte hinweg einen riesigen Bedarf an solchen Pfropfreben, so dass mehrere
Rebveredelungsanstalten, auf pfälzisch: Rebschulen, entstanden – eine davon 1927
oberhalb der Gemeinde Rhodt unter Rietburg. Es gab über Jahrzehnte hinweg sogar
eine Amtsperson mit der bemerkenswerten Berufsbezeichnung „Reblauskommissar”.
Die Pfropfmethoden wurden mit der Zeit optimiert und Ende der 1970er Jahre galt
die Reblaus mangels Futternachschub hierzulande als ausgerottet.
Die
Rebschule in Rhodt wurde 1969 geschlossen. Aus dem eigentlichen
Veredelungsgebäude wurde das heutige Gasthaus „Zum Sesel”, aus dem
Wirtschaftsgebäude entstand zunächst ein einfacher Beherbergungsbetrieb und im
Jahr 2004 das heutige Wohlfühlhotel Alte Rebschule.
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 29. Mai 2007 )
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